Positive Psychologie, mein Leben und ich

Als Eike und ich anfingen über die ersten Blog-Beiträge zu sprechen, kam uns schnell die Frage: "Dürfen wir den Blog mit unseren eigenen Erfahrungen starten?" Vielleicht wäre es besser, den Blog mit einem sachlichen, gut recherchierten Artikel zu beginnen. Wir haben uns trotzdem für Beiträge über unsere persönlichen Erfahrungen entschieden - weil sie uns begeistern, manchmal noch immer verwundern und ein wesentlicher Antrieb für die Gründung von WERT-iCH sind.

 

Bevor ich über die Veränderungen schreibe, die die Positive Psychologie in mir ausgelöst hat, ein paar kurze Worte zu mir. Das macht es vielleicht etwas leichter, das Geschriebene einzuordnen:


Ich bin vermutlich eine typische Working Mum mit zwei kleinen Jungs: Ich liebe es, Zeit mit meiner Familie zu verbringen - brauche aber auch Momente für mich. Gebe oft viel Gas, um allem und allen gerecht zu werden und merke des Öfteren, dass der Akku in den roten Bereich rutscht. Habe Interesse an 1000 Dingen, aber oft zu wenig Zeit, sie dann auch zu machen.

Vom Grundtyp her bin ich ziemlich ausgeglichen, was sowohl Fluch als auch Segen sein kann: Einerseits habe ich sehr selten "Ausschläge nach unten", sprich negative Gedanken oder das Empfinden von Wut, Ärger oder Trauer. Andererseits hatte ich auch selten "Ausschläge nach oben", wie nicht aufhören können zu lachen, die Welt umarmen wollen und weinen vor Glück. Es ist eigentlich immer alles soweit gut.


Und dann brachte mich Eike auf das Thema Positive Psychologie. Sie war total euphorisch und fand es "den Bringer". Um ehrlich zu sein, begann ich primär aus Neugierde mich in das Thema einzulesen, Kurse zu machen und Übungen zu testen. (Da ich in meinen Zwanzigern wissenschaftlich gearbeitet und mich unter anderem mit psychologischen Theorien beschäftigt habe, hat sich vielleicht auch ein wenig mein innerer Nerd gemeldet.) Ich fing an, bewusster in mich hineinzuhören, ganz unterschiedliche, kleine Übungen in meinen Alltag zu integrieren und abends im Bett die positiven Ereignisse des Tages zu reflektieren.

 

Erstmal passierte gar nicht so besonders viel. Ich merkte nur, dass ich Stück für Stück mein eigenes Stresslevel besser im Blick hatte und in anstrengenden Momenten gelassener bleiben konnte ("Erst einmal tief durchatmen"). Nach zwei oder drei Monaten war es dann auf einmal, als hätte jemand den Schalter umgelegt:


Seitdem ruhe ich deutlich mehr in mir und es gibt immer mehr Momente, in denen ich mich tief zufrieden fühle.


Glücksmomente sind deutlich intensiver als ich es sonst kannte: Als meine Freundin mir von dem Heiratsantrag ihres Freundes erzählte, kamen mit dicke Tränen der Freude und ich bin ihr um den Hals gefallen - und das mitten in einem Café. So kannte ich mich bis dato gar nicht. Oder bei einem Konzert fühlte ich mich vor Freude fast überwältigt und fuhr hinterher laut singend mit dem Fahrrad nach Hause.


Ich spüre mehr in mich hinein und merke früher, wann mir etwas zu viel werden könnte. Und ich werde Schritt für Schritt besser darin, in solchen Situationen Dinge auch einmal bewusst weniger perfekt oder sogar gar nicht zu machen (Notiz an mich selbst: Kuchen für Gäste darf auch gekauft werden).


Besonders spannend finde ich, dass auch mein Umfeld die Veränderungen wahrnimmt. Freunde sagen mir, ich würde mehr strahlen. In der Kita wurde ich von einer fremden Mutter angesprochen, wie gelassen ich mit meinen Kindern bin, selbst wenn die Zeit morgens knapp ist und sie mit fast unglaublicher kindlicher Langsamkeit ihre Hausschuhe anziehen.

 

Diese Veränderungen halten bis heute an. Und sie sind ohne den einen riesigen Aufwand "passiert". Es sind viele Kleinigkeiten, die ich Stück für Stück ganz bewusst in meinem Alltag verändert habe. Am Anfang durch ein Ausprobieren verschiedener Übungen, heute durch eine bewusste Integration kleiner Momente in jeden Tag.


Normalerweise fallen mir dauerhafte Veränderungen meines Alltags oder meiner Gewohnheiten schwer: Ein 12-wöchiges Sportprogramm ziehe ich durch - nur um direkt danach wieder keinen Sport mehr zu machen. Nicht mehr so viel Süßes zu essen klappt einige Wochen hervorragend - um dann wieder langsam auf das gewohnte Level an Zucker zurückzukehren. Bei der Positiven Psychologie ist das anders: Die Übungen sind dauerhaft in mein Leben eingezogen.


Natürlich gibt es nach wie vor Momente, in denen ich supergestresst bin oder Tage, an denen mein Akku rot blinkt. Aber ich habe jetzt Rezepte, die mir helfen wieder runterzufahren und meine Energiereserven aufzufüllen - ohne eine große Auszeit, mitten im normalen Alltag. Und das ist für mich ganz persönlich ein großer Gewinn. Wenn auch andere Menschen durch die Soulfood-Box ihre eigenen Rezepte finden... das wäre der Hauptgewinn! Wir würden uns sehr freuen, von euren Erfahrungen zu hören!


Herzlichst

Eure Kristina

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