Resilienz stärken - so kannst Du es lernen

Was ist Resilienz und was ist es nicht? Und wie kannst Du Deine Resilienz stärken? Diese Fragen beantworten wir in diesem Artikel.


Was ist Resilienz und was ist es nicht?


Resilienz wird oft verwechselt mit Resistenz, die Wörter klingen aber auch wirklich verdammt ähnlich. Auch jetzt, wo ich diesen Artikel verfasse, merke ich, dass die Autokorrektur mir aus "Resilienz" "Resistenz" macht und, wenn ich es wieder korrigiere, wird das Wort rot unterschlängelt als sei es fehlerhaft geschrieben.


Zur Klärung: Was ist Resilienz und was ist Resistenz?


Resilienz ist die innere Widerstandskraft eines Menschen gegenüber äußeren Einflüssen - sie ist erlernbar und kann gestärkt werden. Sie meint die Fähigkeit, Rückschläge, Frustration, Stress und Krisen überwinden und meistern können - es ist quasi das "Immunsystem der Seele".

Resilienz hat ihren Ursprung in der Physik. Ein resilientes Material geht auch nach äußeren Einwirkungen in die ursprüngliche Form zurück.


Ebenso wie Resilienz ist Resistenz auch eine Art Widerstandskraft gegenüber äußeren Einflüssen (bei Pflanzen z.B. Gift). Dieses Wort hat seinen Ursprung in der Biologie. Resistenz hingegen ist nicht erlernbar - dies ist der Hauptunterschied zur Resilienz.



 

Die schwierigste Zeit in unserem Leben ist die beste Gelegenheit, innere Stärke zu entwickeln.

Dalai Lama



 

Stärkung von Resilienz


Resilienz kann also gestärkt werden, aber wie?


Achtsamkeit, Meditation und ein positives Mindset sind immer wieder Schlagwörter, die im Zusammenhang mit Resilienz fallen. Letztendlich geht es darum, die innere Widerstandskraft zu stärken, um Stress und Krisen stark begegnen zu können. Dabei erweist es sich als hilfreich:

  • Seine eigenen Bedürfnisse zu kennen, sie zu artikulieren und zu erfüllen

  • Für die eigene Erholung und Regeneration zu sorgen, z.B. durch ausreichenden Schlaf, Achtsamkeitsmomente, Pausen zu machen, Bewegung an der frischen Luft, sich in der Natur aufzuhalten...

  • Für bewusste Entspannung zu sorgen (z.B in Meditation)

  • Eine positive Haltung zu kultivieren, mit Ehrfurcht vor den kleinen und großen Wundern der Welt

  • Dankbarkeit zu praktizieren, zum Beispiel durch Führen eines Dankbarkeitstagebuchs

  • Optimistisch in die Zukunft zu blicken und dabei trotzdem realistisch zu sein (keine rosarote Brille)

  • Sich zu erlauben, Fehler zu machen, denn durch den Umgang damit entwickelt man mentale Stärke


Die 7 Säulen der Resilienz


Ein sehr bekanntes Modell zur Resilienz ist von der Diplompsychologin Ursula Nuber entwickelt worden, die lange Zeit Chefredakteurin der "Psychologie Heute" war: Die 7 Säulen der Resilienz. Dieses Modell zeigt, aus welchen Säulen Resilienz erwächst. Ein Modell ist aber immer eine Komplexitätsreduktion und daher nicht als die einzige Wahrheit zu verstehen. Ich finde es aber trotzdem sehr hilfreich und nachvollziehbar, deswegen möchte ich es euch vorstellen:

  1. Säule: Optimismus

  2. Säule: Akzeptanz

  3. Säule: Lösungsorientierung

  4. Säule: Opferrolle verlassen

  5. Säule: Verantwortung übernehmen

  6. Säule: Netzwerkorientierung

  7. Säule: Positive Zukunftsplanung

Optimismus ist eine ganz wichtige Säule der Resilienz. Wer eine Krise bewältigen möchte, der sollte daran glauben, dass Krisen zeitlich begrenzt sind und überwunden werden können.


Akzeptanz bedeutet, die Dinge und Situationen zu akzeptieren, d.h. nicht, sie gutzuheißen, sondern eine schwierige Situation erstmal einfach nur anzunehmen.


Die "Lösungsorientierung" ist ein weiterer stärkender Faktor im Umgang mit Krisen. Sich vorrangig auf das Problem und seine Ursprünge zu konzentrieren, hilft nicht. "Weg-vom-Problem" und "Hin-zur-Lösung" lautet die Devise.


Leicht gerät man in einer Krise in die Opferrolle - es ist jedoch wichtig, sich seiner Stärken und Potenziale bewusst zu sein und diese auch einzusetzen zu wissen.


Die nächste Säule "Verantwortung übernehmen" hängt eng mit der vorherigen zusammen. Sie beinhaltet die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen für das eigene Handeln und aktiv zu werden, sich nicht über Schuldfragen den Kopf zu zerbrechen. Aktiv zu werden heißt Selbstwirksamkeit zu erleben. Dies impliziert daran zu glauben, dass wir selbst in der Lage sind, aktiv etwas zu verändern und verbessern zu können.


Ein stabiles Umfeld ist ebenfalls eine wichtige Säule der Resilienz, denn wer gut in den sozialen Kontext eingebettet ist, kann auf Unterstützung zählen. Probleme müssen nicht alleine gelöst werden, Freunde, Bekannte und Familienmitglieder geben Halt, Sicherheit und fördern das Gefühl von Zugehörigkeit.


Die Zukunftsplanung bildet die letzte Säule der Resilienz. Es geht darum, mit realistischem Optimismus nach vorne zu blicken und auch Krisen zu antizipieren.



 


Resilienz ist aus meiner Sicht eine der Schlüsselkompetenzen des 21. Jahrhunderts. Wenn wir etwas dafür tun können, um unsere Widerstandskraft zu stärken und das Immunsystem unserer Seele aufzubauen, dann sollten wir besser früher als später damit anfangen. Wenn ihr Fragen zu diesem Thema habt, schreibt uns gern eine E-Mail, nutzt die Kommentarfunktion oder kontaktiert uns auf Instagram oder Facebook.



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